Stressoren auf die Bienengesundheit und wie sie verbessert werden kann, erklärte Dr. Jeff Pettis, Institute of Bee Health -University of Bern (Schweiz). Die Herausforderung zur Risikobewertung sind:

keine sauberen Völker (Milben und Krankheiten) wie testet man mehrfach Stressoren Bezug der individuellen Test auf die Bienenkolonie

Feldstudien sind schwierig. Individuelle Tests sind dagegen kontrollierbar und geben messbare Ergebnisse. Die Bestäubung ist für die verschiedenen Pflanzen unterschiedlich wichtig, und damit auch für die regionale Wirtschaft. Viele der weltweit wichtigsten Markt Kulturen profitieren von der Bestäubung. Im Hinblick auf Wichtigkeit und Qualität sind es die Exportprodukte in Entwicklungsländer (z.B. Kaffee und Kakao) und entwickelte Länder (z.B. Mandeln), die die Arbeit sicherstellen. Bestäubungsabhängige Nahrungsmittel versorgen den Menschen mit den notwendigen Vitaminen und Mineralien.

Die Bedrohung sind unter anderem die Veränderung der landwirtschaftlichen Nutzung von Agrarflächen, Pestizide, Umweltverschmutzung und invasive Tierarten, Pathogene und der Klimawandel.

Wichtig zur Verbesserung der Lage ist es, die Bestäuber keinen Pestiziden auszusetzen, alternative Formen der Schädlingsbekämpfung zu finden und die spezifische Anwendung anzupassen. Hilfreich ist es, Landwirte zu schulen, organisch anzubauen und die Politik davon zu überzeugen, chemische Schädlingsbekämpfung zu reduzieren. Wenn die Verbraucher nicht auf perfekt aussehendes Obst achten würden, könnte man auf viele Pestizid Anwendungen verzichten.

Beim letzten Vortrag des ersten Konferenztages sprach Prof. Dr. Reed Johnson von der Ohio State University über die Apis mellifera als Modell Bestäuber für toxikologische Untersuchungen, Honigbienen Toxikologie, Entgiftungswege – und die Relevanz für Bienenvölker und Bestäuber.

Die Bienen entstammen der Wespenfamilie, die sich heutzutage von Pollen und Nektar ernährt und nicht wie früher von tierischen Stoffen und Insekten. Zusammen mit blühenden Pflanzen haben sie sich in 100 Millionen Jahren entwickelt und bilden heute einen bedeutenden Baustein als Symbiose mit der Natur und Lebewesen.

Das Risiko für die Bestäuber heute = Gefahr x Ausgesetztheit.

Die Synergie zwischen Bienen und sterol Biosynthese, die Pilzvernichter und Insektenvernichter mindern, sind seit 20 Jahren bekannt.

Entgiftungs- und Ausscheidungsprozesse sind möglicherweise an der synergetischen Wechselwirkung beteiligt.

Das Cytochrom P450 (kurz CYP) ist ein Hämprotein mit enzymatischer Aktivität. Es gibt viele Untergruppen wie z.B. Mito, CYP2, CYP3 usw. und ist für das Immunsystem der Bienen wichtig. Erstaunlich ist, dass das CYP4 bei keiner Bienenart vorhanden ist.

Bei den verschiedenen Bienenarten ist dieses Hämprotein in unterschiedlicher Größenordnung vorhanden. Die Honigbiene hat das schwächste Immunsystem und ist daher anfälliger gegen Fungizide, Insektizide etc.

Details zu den Forschungsergebnissen findet man unter

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0054092

Schlussfolgerung:

Verschiedene Pestizide haben unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen Bienenarten.

Die verschiedenen Bienenarten sind unterschiedlich empfindlich gegen Insektizide. Die Empfindlichkeit richtet sich nach der Menge des vorhandenen P450. Worst Case Szenario “ für verschiedene Bienenarten – mit Testversuchen von Insektiziden auf die Honigbienen, unter Betrachtung mit dem P450-Inhibitor (Enzym) können die Werte angenähert werden.

Die Vorträge vom 29.03.17 zu diesem Thema haben wir leider nicht persönlich hören können, haben aber entsprechendes Material zu den Vortragenden im Internet für euch gefunden..

Es gab eine VORHERSAGE der Auswirkungen von realistischen Pestizid-Expositionen auf Honigbienen von Dr. James Cresswell, University of Exiter (GB)

https://www.nytimes.com/2016/12/31/business/scientists-loved-and-loathed-by-syngenta-an-agrochemical-giant.html?_r=0

MECHANISCHE Modellierung der Widerstandsfähigkeit von Bienenvölkern gegen multiple Stressoren: Aktueller Wissensstand und Blick in die Zukunft einschließlich Ausweitung auf andere Bienen von Prof. Dr. Volker Grimm, Zentrum für Umweltforschung Leipzig

https://www.uni-potsdam.de/nachrichten/detail-list/article/2015-02-03-unter-stress-oekologische-modelle-sollen-helfen-bedrohte-bienen-zu-schuetzen.html

Entwicklungen zum Schutz von Wild- und Honigbienen – wo sind wir und was brauchen wir in Zukunft? von Dr. Tom Steeger, United States Environmental Protection Agency, Washington

https://www.usda.gov/sites/default/files/documents/ReportHoneyBeeHealth.pdf

Pin It on Pinterest

Shares
Share This