Viele Akteure – ein Ziel

hieß das Motto der ersten Internationalen Bienenkonferenz in Berlin am 28./29.03.2017.

Nach der Eröffnungsansprache vom Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt, und den einleitenden Worten von Herrn Dejan Zidan, dem slowenischen Landwirtschaftsminister und Herrn Dr. Url von der EFSA, wurden von Peter Maske, dem Präsidenten des Deutschen Imkerbundes, Philip McCabe, dem Präsidenten von Apimondia und Francois Diaz von der OIE Botschaften zur inhaltlichen Einstimmung gegeben. Wir geben Euch hier einen kurzen Überblick über die Vorträge zu den behandelten Themen.

Die Konferenz hatte drei Themenschwerpunkte:

  • Pathogene und Klima
  • Biodiversität und Ernährung
  • Pflanzenschutzmittel und Umweltschutz

Generell ist festzuhalten, dass alle Vortragenden betonten, dass die Kommunikation zwischen den Akteuren besser zu organisieren ist, um tatsächlich ein gemeinsames Ziel verfolgen zu können und auch erfolgreich Probleme zu lösen. Diese Kommunikation ist bisher nur schwer möglich und Ergebnisse werden nirgendwo zentral erfasst. Bee-my.world wird dieses Problem aufgreifen und eine zentrale Kommunikationsplattform zur Verfügung stellen.

Zum ersten Thema

Pathogene und Klima

hielt Dr. Dennis van Engelsdorp von der University of Maryland einen Vortrag über Parasiten und Pathogene in Honigbienen Völkern. Alle Imker kennen die größten Feinde der Honigbienen – angefangen bei der Varroamilbe, die das größte wirtschaftliche Problem der globalen Imkerei bedeutet, bis hin zu Viren, Bakterien und Pilzen, die die Völker befallen. An der Universität wird der Zusammenhang zwischen Schädlingsbefall und  Klimawandel erforscht. Details  zu den Untersuchungen findet Ihr unter nachstehendem Link:

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0070182

Dr. Marie-Pierre Chauzat von ANSES (Agence nationale de sécurité sanitaire de l’alimentation, de l’environnement et du travail) in Frankreich erklärte die Risikoindikatoren, die das Überleben von Honigbienen Völkern in Europa beeinflussen, z.B. Neonicotinoide.

Unter https://www.anses.fr/en findet Ihr Einzelheiten über die Forschungsarbeit der ANSES.

Prof. Dr. Christian Pirk von der University of Pretoria sprach über die Bienen in Afrika. Das jährliche Bienensterben beträgt in Afrika zwischen 30% – 46%. Die üblichen Faktoren sind Pilze, Bakterien, Viren, Varroamilben.  In Afrika wird nichts gegen den Varroa Milben Befall getan, da die Bienenpopulation und Vitalität noch sehr intakt ist. Die Bienen sind hier noch selber in der Lage, sich gegen diesen Befall zu verteidigen.

Allerdings ist ein neues Phänomen aufgetreten. Die Fruchtbarkeitsrate bei den Bienen in Afrika ist gering. Eine mögliche Ursache ist auch hierfür der Klimawandel.

Herr Dr. Peter Rosenkranz trug Erfahrungen und vorläufige Schlussfolgerungen aus dem Langzeitprojekt DEBIMO (Deutsches Bienen Monitoring) vor.

Bei diesem Projekt wirken mittlerweile bundesweit über 100 Imker mit. Sie stellen repräsentativ und aktuell Daten zu Betriebsstrukturen und zur Überwinterungsdynamik ihrer Völker sowie Bienen-, Honig- und Pollenproben für Krankheits- und Rückstandsanalysen zur Verfügung. Mitarbeiter der Bieneninstitute leisten hier die wissenschaftliche Betreuung und führen die Auswertung der Daten durch.

Das Projekt wurde im Jahr 2004 ins Leben gerufen und wird seit 2010 aus Mitteln des Bundes gefördert. Seit 2011 bestehen 3-jährige Förderperioden. Neueste Fördergelder sind für 2017 – 2019 beantragt.

Wir finden das Projekt so gut, dass wir es weiterentwickelt haben – ohne Fördergelder ! Ihr seht auf diesen Seiten die Möglichkeiten, die sich aus unserer Weiterentwicklung ergeben.

Weiter ging es mit Herrn Dr. Stefan Berg zum Thema Bienen und Klimawandel. Wir verstehen diesen Zusammenhang und die Notwendigkeit, unserer Umwelt mit mehr Sensibilität zu begegnen. Der zunehmende Klimawandel kann Bienen gehörig aus dem Gleichgewicht bringen. Vorgezogene Blütephasen, lange Wärmeperioden im Winter oder starke plötzliche Temperaturveränderungen zehren an den Energievorräten, machen sie anfälliger für die Varroamilbe und bringen ihren gesamten Kreislauf ins Wanken. Diese Faktoren können es unseren Bienen ebenfalls schwer machen, in Zukunft gut zu überleben. Mehr Abhandlungen dazu gibt es z.B. unter http://www.n-tv.de/wissen/Bienen-verschlafen-den-Fruehling-article3548961.html

http://www.proplanta.de/Agrar-News/Bienen-Klimawandel

Am 2. Tag sprach Dr. Marc Schäfer vom Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald über die Aethina tumida (Kleiner Beutenkäfer), die in Europa auf dem Vormarsch ist. Dieser Käfer ist ein Parasit von Völkern der Honigbiene. Er ist zuhause in Afrika südlich der Sahara und ist von dort aus nach Nordamerika, Australien und seit kurzer Zeit auch nach Europa verschleppt worden. Er gehört zu den gefürchtetsten Bienenparasiten, da bei Massenbefall ein ganzes Volk innerhalb kürzester Zeit vernichtet werden kann. Im Gegensatz zu den afrikanischen Honigbienen Unterarten, die sich gegen den Kleinen Beutenkäfer effizient zur Wehr setzen können, sind die europäischen Unterarten dazu weniger in der Lage und daher umso gefährdeter. Nicht-chemische Maßnahmen zur Bekämpfung des Kleinen Beutenkäfers sind in der Entwicklung.

Abschließend sprach Dr. Eva Forsgren von der Schwedischen Universität für Landwirtschaft über Bakterien in der Brut der Honigbienen – der Faulbrut. Ausführliche Maßnahmen zur Vorbeugung und Sanierung befallener Völker findet Ihr unter: https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/faulbrut_sanierung.pdf

Der Zweite Themenschwerpunkt

– Biodiversität und Ernährung –

wurde begonnen von Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle. Er berichtete über die Arbeit der IPBES (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) Die Aufgabe von IPBES ist es, auf Anfrage von Regierungen, multilateralen Umweltabkommen, UN-Institutionen und anderen relevanten Entscheidungsträgern im Bereich der Biodiversität und Ökosystemfunktionen wissenschaftliche Informationen zu liefern. Das Institut hat vier Hauptaufgaben:

wissenschaftliche Informationen für politische Entscheidungsträger zu identifizieren und zu priorisieren sowie die Gewinnung relevanten Wissens zu unterstützen;

regelmäßig die Kenntnisse über Biodiversität und Ökosystemfunktionen sowie über deren Wechselbeziehungen zu begutachten;

politisch relevante Instrumente und Methoden aufzuzeigen, um die Formulierung und Umsetzung politischer Maßnahmen zu unterstützen;

den Bedarf an Kapazitäten und Aktivitäten zu priorisieren, die zu einer besseren Vernetzung von Wissenschaft und Politik beitragen.

Die IPBES gibt  zur Unterstützung politischer Entscheidungen einen jährlichen Policy Report heraus, der unter http://www.ipbes.net/resources/publications/13 nachgelesen werden kann (leider nur in englisch)

Wichtiges hier allgemein verständlich:

da 90% aller Pflanzen abhängig sind von der Bestäubung, ist die Basisernährung auf Dauer gefährdet. Auch Vitamin A, Eisen und Folsäure als Nahrungsergänzung sind von der  Bestäubung abhängig.

  • Was sind die Gefahren für die Bestäuber?
  • Nutzungsänderung der Anbaugebiete
  • Intensive Bewirtschaftung mit Monokulturen
  • Pestizide
  • Gentechnisch veränderte Kulturen
  • Pathogene und Seuchen
  • Klimawandel
  • invasive Schädlinge

Die IPBES gibt  zur Unterstützung politischer Entscheidungen, die zur Bekämpfung dieser Gefahren beitragen, einen jährlichen Policy Report heraus, der unter http://www.ipbes.net/resources/publications/13 nachgelesen werden kann (leider nur in englisch)

Über den Einfluss des Klimawandels auf die Pflanzen-Biodiversität wurde von Dr. Mari Moora von der Universität Tartu in Estland gesprochen. Sie hat anhand von Bildbeispielen deutlich gemacht, wie die Vegetation auf den Klimawandel reagiert. Die arktischen und alpinen Lebensräume nehmen ab, Bewaldung nimmt zu, nichtblühende Pflanzen nehmen zu und reduzieren so Blühpflanzen, die für die Bestäubung erforderlich sind.

Organismen reagieren auf den Klimawandel mit Anpassung, Rückzug oder Sterben. Die Wechselwirkung von Klimawandel und Veränderung der Landschaft ist der Verlust von Lebensräumen.

Der nächste Beitrag von Dr. Roswitha Baumung von der FAO (Food and Agriculture Organisation) in Rom handelte vom weltweiten Verlust der Biodiversität in der Tierzucht im Allgemeinen. Institutionen wie CGRFA,(Commission on Genetic Resources for Food and Agriculture und DAD-IS (Domestic Animal Diversity Information System) beschäftigen sich mit der Erhaltung von tier genetischen Ressourcen. Besonders in der DAD-IS findet man Kernaussagen zu diesem Thema, wie z.B. die Bedeutung landwirtschaftlicher Nutztiere, die Anpassung an Umwelt Herausforderungen und die Problematik zu exotischen Rassen, die durch Inzucht die Biodiversität reduzieren. Mehr dazu unter https://en.wikipedia.org/wiki/DAD-IS

Auch hier stellte sich die Frage zu den Daten der Population, für deren Erfassung die Politik sich nicht zuständig fühlt, da deren Wichtigkeit nicht erkannt wird.

Schlussfolgerung:

  • Bienen und andere Bestäuber sind ein wichtiger Besandteil der tiergenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschft.
  • Bedrohungen überschneiden sich
  • Überschneidung von Erfahrungen
  • Globales Monitoring sollte eingeführt werden mit der Herausforderung einer zentralen Datenerfassung
  • Zunehmendes Bewusstsein für diese Probleme ist dringend erforderlich

Prof. Dr. Walter S. Sheppard von der Washington State University behandelte den Status der Biodiversität bei der Westlichen Honigbiene, der Apis mellifera. Seit 2008 ist in den USA der Import von Genpools der Honigbienen erlaubt. Diese kommen hauptsächlich aus Deutschland, Italien und Slowenien, seit 2015 auch aus Kazakhstan. Neue Züchtungen entstehen durch Mikrosatelliten in der DNA und Allelen durch Import von Genpools und kryokonservierten Spermien. Er hat ausführlich über die Ergebnisse referiert und nachstehende Schlussfolgerung gezogen:

Die Honigbienen aus der ‘Alten Welt’ (sprich Europa) sind eine wertvolle Quelle genetischer Vielfalt für Brutzwecke im Importland.

Die Nutzung von kryokonservierten Spermien und der Verkauf von Genpools an Züchter von Königinnen, die dann  an die Imker weiterverkauft werden, kann einen wichtigen Einfluss auf die Bienenpopulation haben.

SmartBees waren das Thema von Prof. Dr. Kaspar Bienefeld vom LIB (Länderinstitut für Bienenkunde). Hier ging es um das Europäische Projekt zur Erhaltung der gefährdeten Unterarten der Honigbiene.

Durch Züchtungen werden die Honigbienen resistent gegen die Varroa Milbe, produzieren mehr Honig  und sind nicht aggressiv. Unter www.beebreed.eu kann man Einzelheiten zu diesem Thema erfahren, dass auch einige Problematiken birgt und teilweise umstritten ist.

Innerhalb der LIB gibt es mehrere Arbeitsgruppen, die sich intensiv mit Züchtungen beschäftigen. Es gibt die

  • Breeding Group (Brut)
  • Diversity Group (Diversität)
  • Extension Group
  • Pathology Group

Angeblich soll es positive Ergebnisse aus diesen Züchtungen geben. Wer sich damit auseinandersetzt, sollte sich selbst eine Meinung bilden.

Am zweiten Tag wurde von  Dorothee J. Lüken vom  LAVES Institut für Bienenkunde in Celle, die Frage nach dem Einfluss des Standortes auf die Gesundheit von Honigbienen Völkern behandelt.Die Anzahl der Völker am Bienenstand und die „Bienendichte“ im Bereich des Sammelradius beeinflussen die Verbreitung von Krankheiten und damit auch die Vitalität der einzelnen Bienenvölker. Der Gesundheitszustand der Einzelbienen kann diesen Effekt durch Verflug noch verstärken .Neben Pflanzenschutzmaßnahmen spielt für die Entwicklung von Bienenvölkern die Nahrungsverfügbarkeit eine entscheidende Rolle. Die Landschaftsstruktur im Flugkreis der Bienen ist von großer Wichtigkeit. Das LAVES Institut prüft verschiedenen Standortbedingungen der Völker und ermittelt regelmäßig deren Entwicklung, Honig- und Polleneintrag und der Krankheitsstatus. Die entnommenen  Pollenproben werden auf ihre pflanzliche Herkunft und Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht, so dass Aussagen über die Qualität der verfügbaren Nahrung an den verschiedenen Standorten getroffen werden. Einzelheiten zu den neusten Studien findet Ihr unter:

https://www.gruenebundestag.de/fileadmin/media/gruenebundestag_de/themen_az/tierschutz/Bienenstudie_2017.pdf

Der letzte Vortrag zum Thema Biodiversität und Ernährung wurde von Prof. Dr. Teja Tscharntke von der Georg-August-Universität in Göttingen gehalten. Sie sprach über Bedeutung und Management von Bienen für die Landwirtschaft.

Niemand von uns konnte leider diesen Vortrag hören. Wir haben aber zu diesem Thema im Internet unter https://www.uni-goettingen.de/de/203247.html im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten viele Abhandlungen gefunden.

Der dritte Themenschwerpunkt hieß

Pflanzenschutzmittel und Umweltschutz.

Den ersten Vortrag hierzu hielt Dr. Klaus Wallner von der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim.Er sprach über die Schwierigkeiten von Imkern und Landwirten mit Pflanzenschutzmitteln und Bestäubern.

Honigbienen, Hummeln und Solitärbienen haben unterschiedliche Bestäubungsradien und Pflanzen, die sie bestäuben/bestäuben können.

Es gibt viele, unbekannte Bienenarten (meist Solitärbienen), die nur eine/wenige Pflanze/n bestäuben können. Und die, die sie bestäuben können haben, für den Menschen keinen Nutzen. Folge: 52% der Wildbienenarten gelten als bedroht.

Entwicklung in der Landwirtschaft:

Kleine Betriebe werden zu Agrar Komplexen, wodurch die z.B. durch Silage die Artenvielfalt der Feldfrüchte abnimmt.

Mögliche Ursachen: Fallender Milchpreis: Kühe fressen Gras statt Heu, damit sie mehr Milch geben können.

Schwerpunkt auf Mais und Getreide + Abkehr von der Produktion + Anbau von Leguminosen = Verringerung der Artenvielfalt.

Hauptsächlich verringert sich dadurch die Artenvielfalt der Wildbienen, weil Honigbienen von Imkern  “geschützt” werden.

Das viel-zitierte Verbot von Neonicotinoiden in Pestiziden ist nicht die Lösung!

Lösungsvorschläge: für Grünland:

  • Wirkstofffreie Blüten
  • Förderprogramme für Heumilch-Betriebe
  • Feldfutterbau
  • Handelsriesen einbinden (wie genau, blieb offen)
  • Verbraucheraufklärung
  • Aufnahme der Thematik in Lehrpläne

im Ackerbau:

  • Wirkstofffreie Blüten im Rapsanbau
  • Blühstreifen
  • Sträucher und Bäume am Ackerrand
  • Biogas aus Blütenpflanzen -> Man ist auf einem guten Weg!

Nicola Gallai, Ecole Nationale de Formation Agronomique de Toulouse Auzeville, Frankreich referierte dann über die Auswirkungen des Rückgangs von Bestäubern auf den internationalen Handel.

Frage: Wie wirkt sich der Rückgang der Bestäubung auf den internationalen Wohlstand und den Welthandel aus? Mehrere Grafiken stellten das Verhältnis zwischen Rückgang der Bestäubung und dem Welthandel dar..

Folgen:

Durch den Rückgang der Bestäubung kommt es laut dem Modell zu einem exponentiellen Anstieg einiger Agrargüter Gruppen v.a. bei Gewürzen und Tree Nuts Es kommt zu volkswirtschaftlichen Wohlfahrtseinbußen, da durch höhere Preise weniger konsumiert wird Infolgedessen nimmt der Verbraucher weniger Vitamin A, C, B6, Eisen etc.  zu sich.

Fazit des Vortrags:

Der Rückgang der Bestäuber führt zu:

Preisanstieg (Agrarprodukte) -> Konsumrückgang dieser Güter -> Rückgang der Nährmittel Aufnahme (v.a. Vitamine & Mineralien)

Zur Bienenhaltung und Landwirtschaft – Herausforderungen der intensiven Pflanzenproduktion referiert Andreas Platzer, von der Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau Laimburg, Südtirol/Italien. In diesem Vortrag wurde das Obst- und Weinanbaugebiet in Südtirol vorgestellt (größtes in Europa)

2 zentrale Probleme:

  • Fehlen von Flugbienen
  • Fehlen von Stockbienen

Durch den Mangel an Flugbienen, produziert der Stock nicht genügend Honig.

Warum fehlen Flugbienen?

Die Flugbienen finden sich in den eng gepflanzten Weinreben nicht mehr zurecht und finden den Weg zum Stock nicht mehr Flugbienen werden durch landwirtschaftliche Maschinen mit geschreddert.

Stressoren auf die Bienengesundheit und wie sie verbessert werden kann, erklärte Dr. Jeff Pettis, Institute of Bee Health -University of Bern (Schweiz). Die Herausforderung zur Risikobewertung sind:

keine sauberen Völker (Milben und Krankheiten) wie testet man mehrfach Stressoren Bezug der individuellen Test auf die Bienenkolonie

Feldstudien sind schwierig. Individuelle Tests sind dagegen kontrollierbar und geben messbare Ergebnisse. Die Bestäubung ist für die verschiedenen Pflanzen unterschiedlich wichtig, und damit auch für die regionale Wirtschaft. Viele der weltweit wichtigsten Markt Kulturen profitieren von der Bestäubung. Im Hinblick auf Wichtigkeit und Qualität sind es die Exportprodukte in Entwicklungsländer (z.B. Kaffee und Kakao) und entwickelte Länder (z.B. Mandeln), die die Arbeit sicherstellen. Bestäubungsabhängige Nahrungsmittel versorgen den Menschen mit den notwendigen Vitaminen und Mineralien.

Die Bedrohung sind unter anderem die Veränderung der landwirtschaftlichen Nutzung von Agrarflächen, Pestizide, Umweltverschmutzung und invasive Tierarten, Pathogene und der Klimawandel.

Wichtig zur Verbesserung der Lage ist es, die Bestäuber keinen Pestiziden auszusetzen, alternative Formen der Schädlingsbekämpfung zu finden und die spezifische Anwendung anzupassen. Hilfreich ist es, Landwirte zu schulen, organisch anzubauen und die Politik davon zu überzeugen, chemische Schädlingsbekämpfung zu reduzieren. Wenn die Verbraucher nicht auf perfekt aussehendes Obst achten würden, könnte man auf viele Pestizid Anwendungen verzichten.

Beim letzten Vortrag des ersten Konferenztages sprach Prof. Dr. Reed Johnson von der Ohio State University über die Apis mellifera als Modell Bestäuber für toxikologische Untersuchungen, Honigbienen Toxikologie, Entgiftungswege – und die Relevanz für Bienenvölker und Bestäuber.

Die Bienen entstammen der Wespenfamilie, die sich heutzutage von Pollen und Nektar ernährt und nicht wie früher von tierischen Stoffen und Insekten. Zusammen mit blühenden Pflanzen haben sie sich in 100 Millionen Jahren entwickelt und bilden heute einen bedeutenden Baustein als Symbiose mit der Natur und Lebewesen.

Das Risiko für die Bestäuber heute = Gefahr x Ausgesetztheit.

Die Synergie zwischen Bienen und sterol Biosynthese, die Pilzvernichter und Insektenvernichter mindern, sind seit 20 Jahren bekannt.

Entgiftungs- und Ausscheidungsprozesse sind möglicherweise an der synergetischen Wechselwirkung beteiligt.

Das Cytochrom P450 (kurz CYP) ist ein Hämprotein mit enzymatischer Aktivität. Es gibt viele Untergruppen wie z.B. Mito, CYP2, CYP3  usw. und ist für das Immunsystem der Bienen wichtig. Erstaunlich ist, dass das CYP4 bei keiner Bienenart vorhanden ist.

Bei den verschiedenen Bienenarten ist dieses Hämprotein in unterschiedlicher Größenordnung vorhanden. Die Honigbiene hat das schwächste Immunsystem und ist daher anfälliger gegen Fungizide, Insektizide etc.

Details zu den Forschungsergebnissen findet man unter

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0054092

Schlussfolgerung:

Verschiedene Pestizide haben unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen Bienenarten.

Die verschiedenen Bienenarten sind unterschiedlich empfindlich gegen Insektizide. Die Empfindlichkeit richtet sich nach der Menge des vorhandenen P450. Worst Case Szenario “ für verschiedene Bienenarten –  mit Testversuchen von Insektiziden auf die Honigbienen, unter Betrachtung mit dem P450-Inhibitor (Enzym)  können die Werte angenähert werden.

Die Vorträge vom 29.03.17 zu diesem Thema haben wir leider nicht persönlich hören können, haben aber entsprechendes Material zu den Vortragenden im Internet für euch gefunden..

Es gab eine VORHERSAGE der Auswirkungen von realistischen Pestizid-Expositionen auf Honigbienen von Dr. James Cresswell, University of Exiter (GB)

https://www.nytimes.com/2016/12/31/business/scientists-loved-and-loathed-by-syngenta-an-agrochemical-giant.html?_r=0

MECHANISCHE Modellierung der Widerstandsfähigkeit von Bienenvölkern gegen multiple Stressoren: Aktueller Wissensstand und Blick in die Zukunft einschließlich Ausweitung auf andere Bienen von Prof. Dr. Volker Grimm, Zentrum für Umweltforschung Leipzig

https://www.uni-potsdam.de/nachrichten/detail-list/article/2015-02-03-unter-stress-oekologische-modelle-sollen-helfen-bedrohte-bienen-zu-schuetzen.html

Entwicklungen zum Schutz von Wild- und Honigbienen – wo sind wir und was brauchen wir in Zukunft? von Dr. Tom Steeger, United States Environmental Protection Agency, Washington

https://www.usda.gov/sites/default/files/documents/ReportHoneyBeeHealth.pdf

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